Vor 1000

Das Gebiet von Stollberg bedeckte der Miriquidi- Wald. Es war nahezu menschenleer und herrenlos. Durch ihn führten Handelswege und Pfade ( Salzstraßen ) aus der Gegend von Halle nach Böhmen.

 

Nach 1000

Vermutlich gab es auf dem strategisch bedeutsamen Felsensporn, auf dem später die Stalburg, errichtet wurde, bereits Befestigungen zur Sicherung der Handelswege und der sich entwickelnden Feudalherrschaft. Außerdem begann eine ländliche Besiedlung der Gegend.

 

1244

Die Burg wird erstmalig urkundlich erwähnt, im Zusammenhang mit einem Hugo von Straleburc.
Die Stadt Stollberg wird wenig später nach der Burg benannt.

 

1365

Karl der IV weilte ca. knapp ½ Jahr „Jagens halber“ auf der Burg, allerdings erledigte er auch wichtige Regierungsgeschäfte wie Beurkundungen.

 

1367

Die Herren von Schönburg verkaufen die Herrschaft Stollberg mit Burg an den Böhmenkönig Wenzel IV, den Sohn Kaiser Karls IV.

In der Folgezeit wechseln die Besitzer der strategisch wichtigen Burg und Herrschaft Stollberg häufig.

 

1564

Kurfürst August I. kauft Hoheneck. Zu dieser Zeit wird erstmals ein Eckturm, genannt kleiner Turm,  als Amtsgefängnis und Marterkammer erwähnt. Dieser Eckturm gab wahrscheinlich im 18. Jahrhundert den neuen Namen „Hoheneck“. 

 

1587

Das Schloss wurde nicht mehr benötigt, August I. baute die Augustusburg als Jagdschloss. Das Schloss verfiel.

 

1602

Das Schloss brannte ab.

 

1633

Während des 30-jährigen Krieges besetzten die Kroaten Schloss und Stadt.18. Jhd. Das Schloss wurde zur Ruine und diente als Steinbruch

 

1815

Das Schloss ist wieder aufgebaut und dient als Rent- und Justizamt.

 

1851

Das königlich sächsische Finanzministerium beschließt den Bau eines Gefangenenhauses in Stollberg.

 

1862

Die Reste des Schlosses wurden abgetragen und es begann der Bau der königlich sächsischen Weiberzuchtanstalt.

 

1864

Es kamen die ersten 24 Häftlinge an.

 

1865

Es wurde ein eigener Friedhof errichtet, welcher bis 1950 genutzt wurde.

 

1886

Die inhaftierten Frauen wurden nach Waldheim verlegt und es wurde ein Gefängnis für Männer und Jugendliche.

 

1933

Aus Stollberg werden 25 Bürger durch die Nazis in Hoheneck inhaftiert, vornehmlich Kommunisten und Sozialdemokraten. Darunter Alfred Kempe. Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Stollberg. Er kam später im KZ Dachau um.

 

1936

Hoheneck wird Jugendgefängnis der Nazis.

 

1945

Die normale Belegungsfähigkeit der Haftanstalt beträgt 600 Personen. Die Haftanstalt dient der Sowjetischen Militäradministration ( SMAD ) zur Inhaftierung von sogenannten männlichen Werwölfen und Nazimitläufern. Zu dieser Zeit begann die für die Zukunft anhaltende Überbelegung. Es waren ca. 1000 Inhaftierte in Hoheneck.

 

1950

Mitte Februar 1950

wurden aus dem ehemaligen KZ Sachsenhausen ( Sonderlager der SMAD ) 1119 Frauen und 30 Kleinkinder nach Stollberg transportiert.

Das war der Neubeginn von Hoheneck als reine Frauenhaftanstalt. Die Haftbedingungen waren unmenschlich. Kurze Zeit nach dem Transport wurden die Mütter von ihren Kindern getrennt. Auch die Neugeborenen in Hoheneeck erlitten dieses Schicksal.

 

18.10.1953

Hungerstreik von ca. 1000 weiblichen Inhaftierten, um bessere Haftbedingungen zu erreichen und auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

 

1953/54

Nach dem Tod von Stalin kommt es zu ersten Amnestien der durch das Sowjetische Militärtribunal abgeurteilten Frauen.

 

1954

Erste Volkseigene Betriebe mache sich die billigen Arbeitskräfte zunutze. Z.B. Planet Eppendorf. ESDA Thalheim, u.a. Ihre Produkte werden in die BRD für wenig Geld verkauft. Die Gefangenen bekommen geringste Entlohnungen.

 

1973

Die DDR wird in die UNO aufgenommen. Damit verbessern sich die Haftbedingungen minimal. Gekennzeichnet ist die Situation durch eine permanente Überbelegung, welche Mitte der 70er Jahre ihren Höhepunkt erfährt. Über 1600 Häftlinge in einer Haftanstalt, welche unter königlich sächsischen Bedingungen für 600 Gefangene konzipiert war!

 

bis 1989

Viele politische Gefangene sind „Kurzstrafer“, da sie über den Freikauf durch die Bundesrepublik via Kaßberg in die BRD kommen. Allerdings haben nicht alle diese Chance. Es gibt zahlreiche Entlassungen in die DDR.

 

1989/1990

Die friedliche Revolution in der DDR beendet für die politischen Gefangenen ihr Martyrium in Hoheneck.

 

1990-2001

Die Haftanstalt wird teilmodernisiert und dient zur Inhaftierung von kriminellen Männern.

 

Im April 2001

wird sie geschlossen. Die Inhaftierten werden in andere Haftanstalten überstellt.

 


 

DANACH

Der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneeckerinnen, eine Vereinigung von ausschließlich politischen Inhaftierten, bemüht sich in Hoheneck eine Gedenkstätte zu errichten.

 

2011

Auf Einladung des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen e.V. besucht der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff am 13.05.2011 Hoeheneck. Zu seiner Begleitung gehört, neben anderen bekannten Persönlichkeiten, die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemmer.

 

2012

In Stollberg wird der Förderverein Gedenkstätte Stollberg-Frauenhaftanstalt Hoheneck e.V. gegründet. Er betreibt die Errichtung einer Gedenkstätte in Hoheneck mit Vehemenz. Partner sind dabei die Stadt Stollberg, die Stiftung Sächsische Gedenkstätten und der Besitzer von Hoheneck, die Artemis GmbH.

 

 

2014

Kauf des Areals durch die Stadt Stollberg.