Erstmalig wird die Burg Hoheneck 1244 in einem Dokument erwähnt. Die Burg Hoheneck hatte große strategische Bedeutung im Mittelalter. Auf ihr weilte Kaiser Karl IV ca. ein halbes Jahr, später übernahm sein Sohn Kaiser Wenzel die Burg mit den dazugehörigen Ländereien. Im Rahmen ihrer wechselvollen Geschichte erlebte die Burg eine Neuentdeckung durch August I., der als Sächsischer Kurfürst die Burg zu einem Jagdschloss ausbauen wollte. Dieser Gedanke wurde allerdings nicht verwirklicht. Die Burg brannte mehrere Male und verfiel. Ende des 19. Jahrhunderts erlangte die Burg eine neue Bedeutung. 1862 wurde sie als „Königlich sächsische Weiberzuchtanstalt“ komplett neu aufgebaut. Damit begann eine ca. 140 Jahre währende Nutzung als Zuchthaus. Sie wurde in den einzelnen politischen Systemen unterschiedlich genutzt. Während sie in der Anfangszeit als reines Frauengefängnis genutzt wurde, wurde sie in der Folgezeit auch als Haftanstalt für Männer verwandt. In der Zeit des Nationalsozialismus diente sie zur Inhaftierung von politischen Gegnern oder solchen, die man dafür hielt. Bekannte KPD-Funktionäre der Region wie z.B. Alfred Kempe, saßen hier ein und wurden später in andere Gefängnisse oder KZ´s gebracht. ES geschah auch in der Zeit des Nationalsozialismus viel Unrecht und Grausames hinter den Mauern des Gefängnisses Hoheneck. Hier ist zur Aufhellung noch erheblicher Forschungsbedarf gegeben. Nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus übernahm die sowjetische Militäradministration das Gefängnis. Es gab immer wieder Verschickungen aus anderen Lagern des HNKWD, z.B. Buchenwald, Mühlberg, etc., nach Hoheneck. Es handelte sich um Personen, welche z.B. als Nazis oder politisch unliebsam bekannt waren oder eingeschätzt wurden. Häufig endeten die Inhaftierten als GULAG-Arbeiter oder starben in Hoheneck oder in anderen Haftanstalten. Hoheneck wurde während dieser Zeit das einzige reine Frauengefängnis für Häftlinge des Sowjetischen Militärtribunals auf deutschen Boden. Nachdem Stalin am 05.03.1953 starb, wurde eine wesentliche Veränderung in den Verurteilungs- und Haftverfahren eingeleitet. Die Verfahren wurden Zug um Zug in die Hände der DDR-Justiz übergeben. Seit diesem Zeitpunkt wurden in Hoheneck viele weibliche politische und auch kriminelle Häftlinge inhaftiert. Die Bedingungen waren extrem schlecht. Viele Kinder, welche in Hoheneck geboren wurden, wurden ebenfalls Opfer des Systems. Sie wurden entweder den Müttern weggenommen, anschließend in Heime gesteckt und/oder von linientreuen Genossen adoptiert. Besonders die politischen Häftlinge erlebten schlimmste Situationen. Sie wurden mit Mörderinnen und anderen Schwerverbrechern in eine Zelle gesteckt, um sie psychisch zu terrorisieren. Dabei wurde seitens der Wärterinnen Wert darauf gelegt, dass die Kriminellen in der Zelle das Sagen hatten. So kam es nicht nur zu Übergriffen der Wärter und Wärterinnen, sondern auch von anderen Gefangenen. Dieses Martyrium endete mit dem Sieg der friedlichen Revolution. Das Gefängnis wurde noch bis Ende Mai 2001 als Haftanstalt durch den Freistaat Sachsen betrieben. In dieser Zeit wurden die Haftbedingungen deutlich verbessert und dem derzeitigen Standard weitestgehend angepasst. Nach der Errichtung neuer moderner, dem bundesdeutschen Standard entsprechender Gefängnisse in Mitteldeutschland, wurde die Nutzung des Gefängnisses in Hoheneck eingestellt. Der Freistaat Sachsen sah offensichtlich keine weitere Nutzungsmöglichkeit der Gebäude und aus diesem Grund wurde Hoheneck an einen privaten Investor, die Artemis GmbH, verkauft. Für Hoheneck wurde schon sehr früh nach der politischen Wende, durch den Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen e. V., eine Nutzung als Gedenkstätte angestrebt. Die neu entstandenen Besitzverhältnisse erschwerten aber die Umsetzung entsprechender Nutzungsvorstellungen. Der neue Besitzer von Hoheneck, die Artemis GmbH, legte Nutzungsvorschläge vor, die allerdings nicht zu den Vorstellungen der Opfer passten. Somit verstrich viel wertvolle Zeit. Mit dem Kauf von Hoheneck durch die Stadt Stollberg haben sich die Bedingungen ergeben, das nunmehr Seitens aller Beteiligten an der Umsetzung einer Gedenkstättenkonzeption gearbeitet wird.