1864        Sächsisches Weiberzuchthaus

                  später auch Anstalt für jugendliche weibliche Gefangene

 

1889        Sächsische Gefangenenanstalt für Männer

 

1918        Reservelazarett

 

1920        Sächsische Strafanstalt für Männer

 

1933        Strafanstalt für Männer, auch in politischer "Schutzhaft" nach der "Verordnung zum 

                  Schutz von Volk und Staat" vom 28.2.1933 

   

1939        Jugendgefängnis für Männer

 

1945        Gefängnis für Männer und Frauen, die von deutschen Gerichten nach dem

                  Kontrollratsgesetz  Nr. 10 von 1945 und der Kontrollratsdirektive Nr. 38 von 1946

                  verurteilt worden sind. Im August 1947 wurde den deutschen Verwaltungen des Innern

                  und der Justiz mit dem SMAD-Befehl Nr. 201 die "restliche Entnazifizierung"

                  übertragen.    

 

1947        offizielle Eröffnung des Jugendgefängnisses Hoheneck

 

1950        Am 12.2. traf der Transport von 1.112 durch Sowjetische Militär-Tribunale verurteilte

                 Frauen mit ca. 30 Kleinkindern aus dem Speziallager Sachsenhausen ein. Zuvor wurden

                 alle Insassen von Hoheneck nach Waldheim, Brandenburg-Görden und Zwickau überführt.

 

Mit der Einkerkerung der von Sowjetischen Militär-Tribunalen verurteilten Frauen in Hoheneck 1950 wurde die Burg  d a s politische Frauengefängnis der DDR. Hier wurden auch Frauen, "Deutschverurteilte", eingesperrt, die sich dadurch schuldig machten, dass sie anders oder aber woanders leben wollten.

 

1953        Hungerstreik der SMT-Verurteilten

 

1965        Einrichtung einer Abteilung für weibliche Jugendliche

 

Die höchsten Strafen, die gegen weibliche Täter ausgesprochen werden, sind in der StVA Hoheneck zu vollziehen.

Bericht des Leiters von Hoheneck, 8.5.1971

 

1974        Einrichtung einer "besonderen Abteilung" für alle "äußerst renitenten" weiblichen

                  Strafgefangenen aus der DDR

                 Eröffnung eines Reserveobjektes in Freiberg

 

1976        Auflösung der Jugendabteilung

 

1977        Änderung des Strafvollzugsgesetzes

                 Dennoch blieben der militärische Drill und der erniedrigende "sozialistische

                 Strafvollzug" in den überfüllten Zellen von Hoheneck bestehen.

 

1989        Arbeitsverweigerung und Hungerstreik der Strafgefangenen

 

1990        Hoheneck ist die einzige Frauenhaftanstalt im Freistaat Sachsen

 

1994        Einrichtung einer Männerabteilung

 

April 2001  Schließung der Justizvollzugsanstalt Hoheneck

                      Überführung der Inhaftierten in die Justizvollzugsanstalt Chemnitz 

               

Das Stollberger Gefängnis hat ausgedient.

Sächsische Zeitung, 24.4.2001